Stimmen aus der Bevölkerung

Gedankensplitter Hau – Holzwiese

Morgens Vogelzwitschern fort →  LKW Motoren, Anlieferung Logistikcenter

Sonnenschein und gute Luft fort →  Abgase und Feinstaub

Insektengebrummel fort → Motoren

Wald als CO2-Speicher fort → CO2 Ausstoß durch Industrie und ankommende Arbeiter

Wald als Lebensraum für Reh, Hase, Milan, Uhu usw. fort → abgeholzt für Industrieanlagen

Feld und Wiese als Nahrungsgrundlage für Mensch und Tier fort → Import aus dem Ausland ?

Ruhiges Wohngebiet, Zuzug von vielen Menschen aus den Ballungsräumen fort → Menschen wandern ab, dorthin wo es kein Gewerbegebiet gibt.

Können wir das unseren Kindern gegenüber verantworten ?

Warum macht Horb sich nicht ein Denkmal als grüne Stadt ? Mit Waldgürteln von Mühlen über Ahldorf bis Nordstetten, wie ein Central Park in New York ? Das wäre zukunftsorientiert und nachhaltig !

Claudia Hirsch

Hirschhof, Nordstetten

Innovative Unternehmen im Landkreis sorgen sich, in Zukunft nicht genügend qualifizierte Fachkräfte zu finden. Das las man nach Herrn Kretschmanns Besuch im Landkreis.
Wenn junge Familien und qualifizierte Fachkräfte sich aus Großstädten auf das Land locken lassen, dann neben finanziellen Gründen vor allem deshalb, weil sie hier ein Mehr an Auslauf und Platz, an Möglichkeit, sich in der Natur zu bewegen finden.
Kinder lernen beim Spiel im Freien, beim Toben, sie gewinnen Zutrauen in ihre körperlichen Fähigkeiten, werden motorisch geschickter. Und das hat nachgewiesenermaßen Auswirkungen nicht nur auf deren Gesundheit, sondern auch auf deren Lernfähigkeit. Und damit darauf, ob genügend qualifizierte Arbeitskräfte hier im Landkreis nachwachsen.

Wenn qualifizierte Arbeitskräfte aus Großstädten angeworben werden sollen, ist Nähe zur nächsten Großstadt auch ein Kriterium bei der Auswahl des neuen Wohnortes. Attraktiven Wohnraum in Autobahnnähe zu erhalten lohnt sich. Zumal nach Angaben der Stadt Horb Einnahmen aus der Einkommenssteuer derzeit mehr zur Finanzierung beitragen als die aus Gewerbesteuer.

Angelika Baur & Paul Boyles

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin & Dozent, Ahldorf

Ein Gewerbe ist grundsätzlich jede wirtschaftliche Tätigkeit die auf Dauer mit der Absicht zur Gewinnerzielung betrieben wird. Es ist nicht das erklärte Ziel eines Gewerbes, Arbeitsplätze zu schaffen (Bürgerservice, aus der Homepage von Horb).

Gewerbe benötigt Fläche und Raum. Genauso wie Menschen Wohngebiete benötigen, um dort mit ihren Familien zu leben. Gewerbe muss aber heute nicht mehr genau dort sein, wo Menschen wohnen.

Leben ist ein sehr hohes Gut.

Man muss sorgsam und rücksichtsvoll mit diesem Leben umgehen. Wirtschaft, Kommerz und Gewinnstreben müssen sich ihm unterordnen. Immer und ohne Widerspruch.

Ein Ort, ein Wohngebiet, in welchem Menschen leben, ist daher wichtiger als ein Gewerbegebiet.

Um leben zu können, brauchen Menschen Arbeit und Lohn aus ihrer Arbeit. Keine Frage geht das nicht ohne erfolgreiche Gewerbe. Aber ein Gewerbe muss heute nicht mehr in unmittelbarer Nähe des Lebensraums sein. Eine günstige Lage für die Verkehrsanbindung darf kein ausreichendes  Argument für die Vernichtung von menschlicher Lebensqualität sein.

Daher meine Parole: Wenn wir tatsächlich ein Gewerbegebiet brauchen, dann dort, wo es am wenigsten unser Leben verschlechtert. Auch wenn der Standort dann teurer und unbequemer zu erreichen sein wird.

Ahldorf hat für die Gemeinschaft, für das öffentliche Wohl und Interesse in der Vergangenheit viel Fläche hergegeben. Wiesen, Felder und Wald. Die Autobahn, der Zubringer (B32) hat einen grossen Teil Ahldorfer Markung verbraucht. Das geplante Gewerbegebiet droht nun auch noch den Rest zu vernichten. Unsere Verpflichtung, zum öffentlichen Wohl beizutragen haben, wir bereits übererfüllt!

Noch mehr von uns Ahldorfer Bürgern einzufordern ist unbillig und ein Unrecht.

Werner Stehr

Unternehmer, Ahldorf

Überall wird über Luftverschmutzung, Stickoxidwerte und Feinstaub Belastung diskutiert. In den Städten werden „grüne Lungen“, Parkanlagen, Bäume und Grünflächen für die Bewohner , ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit mit großem Aufwand und hohen Kosten gepflegt und unterhalten.

Sogar künstlich angelegte, staubfressenden Mooswände werden errichtet. Mit zweifelhafter Wirkung.

Wir dagegen in Ahldorf haben die intakte Natur und den reinigenden Wald und sollen  nun beides vernichten. Für ein Industriegebiet!

Aus medizinischer Sicht sind Wald, Wiesen und Felder für die Gesundheit von uns Bürgern  wichtiger als ein Gewerbegebiet!

Aus Erich Kästner: Die Wälder schweigen.

 „Die Seele wird vom Pflastertreten krumm. Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden und tauscht bei ihnen seine Seele um. Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm. Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden“

Dafür ,dass das so bleibt, will ich mich einsetzen.

Dr. med Ulrike Stehr

Langjährige Hausärztin in Ahldorf

Es ist natürlich nicht ganz einfach ein Gewerbegebiet zu finden, womit alle Parteien leben können. Autobahnnähe und besser noch mit Autobahnanschluss, wie Horb bietet sich geradezu an. Wie überall gibt es auch bei diesem Vorhaben einige Kehrseiten: Wie geht die Bevölkerung damit um? Hier geht es insbesondere um die Bewohner von Nordstetten und Ahldorf. Es geht außerdem auch um die Landschaft, die hier für immer zerstört wird. Das geplante Industriegebiet gehört seit gut drei Jahrzenten zu einem meiner Strecken, auf denen ich im Laufschritt unterwegs bin. Wer diesen Bereich kennt, hat ihn lieben gelernt. Es ist ein wunderbares Stückchen Erde und sollte uns erhalten bleiben. Haben die Bagger erst einmal zugebissen, dann ist die Landschaft ein für alle Mal zerstört.

Der Widerstand, insbesondere der beiden Dörfer sollte nicht ungehört bleiben. Vielleicht findet sich noch eine andere Alternative, aber lasst uns diesen schönen und gesunden Wald.

Ingo Schulze

Ultramarathonläufer, Nordstetten

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